Samstag, 31. Januar 2009

Die Geschichte der Ovalen Bilderrahmen



Die Technik zur Herstellung von Ovalrahmen existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert, als die Drechseltechnik des Ovaldrehens aufkam. Mit dieser Technik konnten Gebrauchsgegenstände hergestellt werden, für die die elliptische Form zweckmäßig war. Zeugnisse finden sich in Museen wie zum Beispiel in der Elfenbein-Sammlung des Grünen Gewölbes in Dresden (Deckelpokal). Vor allem aber waren es ovale Bilderrahmen, die sich durch das Inmodekommen der Porträt-Fotografie im 19. Jahrhundert stark verbreiteten und massenweise in Rahmenfabriken von Hand an Ovaldrehmaschinen hergestellt wurden. Mitte des 20. Jahrhunderts ließ dieser Trend dann nach, so dass von den Manufakturen, die es auch überall in Deutschland gab, nichts erhalten geblieben ist.
Möchte man die Arbeitsweise der Ovaldrehmaschinen des 19. Jahrhunderts studieren, so bietet sich dazu das "Handbuch der Ovaldreherei" von 1920 mit einer ausführlichen Beschreibung von der Herstellung ovaler Rahmen an. Es wäre aber auch ein Besuch einer Ovalrahmenfabrik in den USA möglich, die 1864 von deutschen Einwanderern gegründet wurde und als arbeitendes Museum erhalten geblieben ist.
Die Arbeit des Ovaldrehers erforderte besondere Geschicklichkeit, weshalb er unter den Drechslern ein gut bezahlter Spezialist war. Ausgestorben ist diese Hestellungstechnik nicht nur wegen der sinkenden Nachfrage ovaler Rahmen, sondern auch, weil bedeutend schnellere Fräsen eingeführt wurden. Das Fräsen ermöglicht jedoch nicht diese Vielfalt an Profilierungen wie sie mit dem Ovaldrehen erzeugt werden kann.
Heute interessiert diese Technik vor Allem Kunsthandwerker, Restauratoren und Hobbydrechsler, die sich den Herausforderungen des Ovaldrehens stellen möchten.
Im Wesentlichen unterscheidet sich diese Technik zum normalen Drechseln beim Führen der Drechselwerkzeuge von Hand.

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